JWST entdeckt „Schwarzes-Loch-Stern“ im sonnensystemgroßen Gasmantel

Stellen Sie sich vor, Sie sehen aus der Ferne eine leuchtende Riesensonne – doch wenn man näher herantritt, entpuppt sie sich als gefräßiges Schwarzes Loch mit 100.000 Sonnenmassen, das sich in einem riesigen Wasserstoffmantel tarnt.
Genau das haben Astrophysiker bei der Analyse von Daten des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) entdeckt. In einer im Fachblatt Nature veröffentlichten Studie beschreiben Forscher ein Phänomen namens MoM-BH*-1 – einen sogenannten „Schwarzen-Loch-Stern“.
✨ Kosmische Täuschung im frühen Universum
Bei einer Rotverschiebung von 7,7569 blicken wir auf das Objekt, wie es nur 660 Millionen Jahre nach dem Urknall existierte. MoM-BH*-1 strahlt mit der Leuchtkraft von 100 Milliarden Sonnen und besitzt das typische Lichtspektrum eines Überriesen-Sterns (inklusive ausgeprägtem Balmer-Sprung) – doch im Kern findet keinerlei Kernfusion statt.
Normale Sterne erzeugen Energie durch Kernfusion von Wasserstoff zu Helium. MoM-BH*-1 bezieht seine gigantische Leuchtkraft hingegen aus der Gravitationsenergie eines aktiven Schwarzen Lochs im Zentrum.
Ein Schutzmantel so groß wie ein Sonnensystem
Das Geheimnis der optischen Täuschung liegt in einer dichten Hülle aus primordialem Wasserstoffgas:
🌌 Aufbau des Schwarzen-Loch-Sterns
- Akkretions-Motor: Das Schwarze Loch verschlingt rasant Gas und setzt gewaltige Energiemengen frei.
- Wasserstoff-Kokon: Die hochenergetische Strahlung wird von einer gasförmigen Hülle verschluckt, die so groß ist wie unser gesamtes Sonnensystem.
- Optische Maskerade: Wenn die Strahlung die Außenhülle verlässt, ähnelt sie perfekt dem Spektrum eines gewöhnlichen Sterns.
Diese Entdeckung liefert die lang gesuchte Erklärung für die mysteriösen „Little Red Dots“, die das JWST zuhauf im frühen Kosmos entdeckt hat.
Das könnte dir auch gefallen

JWST ertappt drei supermassereiche Schwarze Löcher in einer Galaxie: Kosmisches WG-Chaos im frühen Universum
Mit dem James-Webb-Weltraumteleskop entdeckten Astronomen im Rahmen des Projekts BlackTHUNDER drei aktiv fressende supermassereiche Schwarze Löcher in einer einzigen Galaxie aus der Frühzeit des Kosmos – nur 1,2 Milliarden Jahre nach dem Urknall.

Der erste Wetterbericht aus dem All: James Webb meldet -8 °C und Wasserwolken auf WISE 0855
Vergessen Sie irdische Regen-Apps: Das James-Webb-Weltraumteleskop beobachtete elf Stunden lang den kalten Braunen Zwerg WISE 0855 und lieferte den ersten direkten Nachweis veränderlicher Wasserwolken außerhalb unseres Sonnensystems.

Der lauteste Knirps des Kosmos: MeerKAT und JWST fangen 11 Milliarden Jahre alten Radiosignal-Ausbruch ein
Astronomen haben mit FRB 20240304B den bisher am weitesten entfernten Fast Radio Burst registriert. Das Signal stammt aus der Ära, als das Universum erst 3 Milliarden Jahre alt war – und wurde von einer winzigen Zwerggalaxie abgefeuert.