Der ultimative kosmische Raser: Stern S301 rast mit 25.000 km/s um ein supermassereiches Schwarzes Loch
Wer dachte, ein Formel-1-Bolide nehme Kurven im Grenzbereich, hat noch nicht Bekanntschaft mit dem unangefochtenen Drift-König der Galaxis gemacht: einem draufgängerischen Stern namens S301. Dieses stellare Geschoss peitscht mit atemberaubenden 25.000 Kilometern pro Sekunde – mehr als 8,5 % der Lichtgeschwindigkeit – um das supermassereiche Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße!
Entdeckt wurde der Rekordbrecher von einem internationalen Team des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) und der GRAVITY+-Kollaboration mithilfe des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile.
🏎️ Vorbeiflug am Abgrund mit Mach 73.000
Alle 8,7 Jahre vollzieht S301 einen waghalsigen Sturzflug auf Sagittarius A* (ein Monster mit 4 Millionen Sonnenmassen) und passiert das Schwarze Loch in einer Minimaldistanz von gerade einmal 12 Astronomischen Einheiten (AE). Das entspricht in etwa der Entfernung Sonne–Saturn – in galaktischen Maßstäben ein winziger Wimpernschlag. Durch das gigantische Gravitations-Slingshot wird der Stern auf 90 Millionen km/h katapultiert!
Warum sind Astrophysiker weltweit völlig aus dem Häuschen?
- Einsteins Raumzeit-Verzerrung auf dem Prüfstand: In nur 12 AE Entfernung wird die Raumzeit durch die Rotation des Schwarzen Lochs mitgerissen (Lense-Thirring- oder Frame-Dragging-Effekt). Durch die Vermessung der Bahnpräzision von S301 kann erstmals die Eigenrotation des Schwarzen Lochs direkt gemessen werden.
- Zwei Milliarden Mal lichtschwächer als Beteigeuze: S301 ist ein winziger, ultra-blasser Lichtpunkt, der im gleißenden Schimmer des Galaktischen Zentrums fast untergeht. Erst die neuen adaptiven Optiken von GRAVITY+ machten seine Entdeckung möglich.
- Tanz auf der Klinge der Gezeitenkräfte: Würde S301 noch ein Stück näher herankommen, würden die Gezeitenkräfte des Schwarzen Lochs ihn unweigerlich zu stellarer Spaghettimasse zerreißen.
🎢 Der wildeste Arbeitsweg der Galaxis
Mit 25.000 km/s würde S301 die Strecke von der Erde zum Mond in weniger als 16 Sekunden bewältigen. Ein Flug von Frankfurt nach Tokio dauerte weniger als einen Herzschlag. Wer auf einem Planeten um diesen Stern lebte, müsste für die Silvesterfeier enorme relativistische Zeitdehnungen einplanen!
Forscher werden S301 bei seinem nächsten nahen Vorbeiflug weiter akribisch verfolgen. Ein besseres natürliches Labor für Extremphysik gibt es in unserer gesamten Galaxis nicht!
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